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Umstrittenes Thema Frühkastration

 

Das Züchten von Katzen ist nicht nur ein wirklich schönes und oft erlebnisreiches Hobby
sondern birgt vor allem eine riesige Verantwortung, nämlich dem Leben unserer gezüchteten
Jungtiere gegenüber.

Als verantwortungsvolle Züchter suchen wir für unseren Nachwuchs ausschließlich beste Plätze bei ebenso verantwortungsbewussten Katzenfreunden, denen das Wohl der Tiere ebenso am Herzen liegt wie uns selbst.

Uns ist besonders wichtig, dass die Katzenkinder ein unbeschwertes Leben in Sicherheit genießen dürfen, dazu gehört u.a. auch, dass wir unsere Tiere nicht für den ungesicherten Freilauf abgeben, da die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering ist, dass die Tiere wirklich gesund und munter alt werden können und ihre Besitzer sich ein Katzenleben lang an ihnen erfreuen können.

Leider gibt es aber auch eine ganze Menge "schwarzer Schafe" in Züchterkreisen, die ihre
Tiere nicht aus Liebe sondern aus rein kommerziellen Gründen decken und werfen lassen,
um so ihr Haushaltsbudget aufzubessern oder gar von den Einnahmen durch die Tiere zu leben.
Besonders häufig findet man diese sogenannten "Schwarzzüchter" bei den zur Zeit
existierenden Moderassen wie z.B. Maine Coon bzw. Whiskaskatzen (BKH).
Selbst bei den Persern, Exotic und Britisch Kurzhaar blau (Kartäusern) und zunehmend leider
auch bei den Ragdollkatzen findet man dubiose Angebote meist im Anzeigenmarkt regionaler Tageszeitungen.

Diese sogenannten "Züchter" legen absolut keinen Wert auf Gesundheit, soziale Aufzucht,
qualitativ hochwertiges Futter oder tierärztlich Betreuung, sondern es geht nur darum,
möglichst kostengünstig Tiere auf Halde zu produzieren und diese möglichst frühzeitig
(oft bereits im Alter von 6-8 Wochen) mit höchstmöglicher Gewinnspanne an den Käufer
zu bringen.
Auch Mischlinge werden gern unter den gleichen Kriterien angeboten. Dafür werden die
Muttertiere dann meist mehrmals im Jahr eingedeckt und so zu Brutmaschinen missbraucht.

Es ist kein Geheimnis, dass unsere Tierheime mittlerweile mehr als überquellen und viele
Katzen früher oder später eingeschläfert werden müssen, weil sie niemand mehr möchte
oder durch mehrere Besitzerwechsel und den mentalen und/oder körperlichen Schäden,
die ihnen im Laufe ihres oftmals kurzen Lebens zugefügt wurden, unvermittelbar wurden.

Gerade wir als Züchter werden oft als unverantwortlich beschimpft, da wir das
sogenannte "Katzenelend" angeblich noch vergrößern und dazu beitragen, dass die Tierheime weiterhin mit dem "Wohlstandsmüll Katze" gefüllt werden.
Das ist jedoch nicht so!
Unsere Verträge sehen vor, dass wir im Problemfall immer die erste Adresse sein werden,
um ein Tier zurückzunehmen oder weiterzuvermitteln, damit wir sicher sein können, dass keines unserer Tiere je ein Tierheim von innen sehen muss!

Um wirklich sicherzustellen, dass keines unsere Katzenkinder irgendwann einmal in einer
Hinterhof- oder Kellerzucht landet und dort als profitable Gebärmaschine oder Deckkater
vor sich hin vegetieren muss, sind wir nach reiflicher Überlegung und eingehender Recherche
dazu übergegangen, unsere Katzenkinder im Alter von ca. 12 Wochen frühkastrieren zu lassen.
Somit sind sie für potentielle Schwarzzüchter uninteressant, da man sie nicht zur Zucht
reinrassiger oder auch Mischlingskatzen verwenden kann. Diese werden gerne auch in Tageszeitungen und sogar im Eingangsbereich von Einkaufszentren unter Suche/Biete als „Ragdolls“ angepriesen.

Alle seriösen Züchter haben sogenannte Kastrationsklauseln im Vertrag, in dem festgelegt wird, dass die als Liebhabertiere verkauften Kitten im Alter von X Monaten kastriert werden müssen.
Jedoch mussten viele seriöse Züchter leider schon die schmerzliche Erfahrung machen, dass die Katzen nicht vertragsgemäß kastriert wurden, da sich die Käufer plötzlich überlegten, doch einen Wurf machen zu wollen. Sei es mit einem streunenden Hauskater oder noch besser mit irgendeinem Tier einer anderen Rasse.

Mal davon abgesehen, dass dadurch die Katze einem erhöhten Infektionsrisiko durch FIP,
Katzenaids, Leukose, Tollwut oder Hautpilz ausgesetzt wird, kann es durchaus passieren, dass die aus der Verpaarung entstandenen Jungtiere irgendwann im Tierheim landen, weil sich
plötzlich doch keine Abnehmer finden oder man sich die Aufzucht einfacher vorgestellt hat.

Die so unüberlegt in die Welt gesetzten Katzenkinder haben nur in den seltensten Fällen
eine Chance auf ein Leben bei verantwortungsvollen Besitzern, sondern werden meist
zu Dumpingpreisen leichtfertig gekauft und genauso schnell vor dem nächsten Urlaub
wieder ausgesetzt oder abgegeben.

Leider halten sich bei vielen Menschen in Deutschland hartnäckig die Gerüchte, dass
frühkastrierte Katzenkinder später gesundheitliche Probleme bekommen würden.
Kater mit Harnwegsinfektionen, die Tiere würden kleiner bleiben als ihre spät
kastrierten Artgenossen etc. etc.

Das ist genauso wahr, wie die immer noch landläufige Meinung, Katzen müssten einmal
werfen vor der Kastration oder kastrierte Katzen fingen keine Mäuse mehr - nämlich gar nicht!

In Deutschland stecken wir, wie so oft im internationalen Vergleich, mit unseren
Erkenntnissen noch in den Kinderschuhen, was Krankheiten, Impfungen, Tests,
Ernährung etc. betrifft.
Die Frühkastration wird bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ohne irgendwelche
Nachteile in den USA und anderen europäischen Ländern durchgeführt.

Bei uns in Deutschland gibt es bisher leider nur wenige Züchter und auch Tierärzte die
sich die Mühe machen, sich mit dem schwierigen Thema auseinander zu setzen.
Glücklicherweise sind nun aber auch viele Tierheime bereits dazu übergegangen,
Katzenkinder im Alter ab 7 Wochen kastrieren zu lassen, um sicherzustellen, dass diese
Kitten nicht später auch wieder für Nachwuchs sorgen, der dann die Katzenschwemme
in den Tierheimen weiterführt.

Einige uns gut bekannte Züchter praktizieren die Frühkastration an ihren Jungtieren nun bereits seit mehreren Jahren und haben damit ausschließlich sehr gute Erfahrungen gesammelt.
Natürlich hatten wir ebenfalls anfangs Bedenken, ob die Kitten auch wirklich die Narkose
gut überstehen und wie der Heilungsprozess vonstatten gehen würde.

Jedoch überstehen die Kitten die Operation erfahrungsgemäß vollkommen problemlos und sind sehr schnell wieder völlig fit und jagen mit ihren Geschwistern durch die Gegend.

Ich werde nun einmal zum besseren Verständnis kurz den Ablauf einer Kastrations-OP
bei Jungtieren schildern:

- Letzte Fütterung etwa 12 Stunden vor der OP am Abend vorher.

- Vor der OP werden die Katzen gesundheitlich durchgecheckt und gewogen, um das
Narkosemittel zu dosieren.

- Narkose wird gesetzt und die Kitten schlafen innerhalb weniger Minuten tief und
fest ein. Sie werden zur OP auf ein Wärmekissen gebettet, um die Körpertemperatur
konstant zu halten.

- Katerchen bekommen einen kleinen Schnitt am Hodensack, die Hoden werden von
den Samenleitern abgetrennt und komplett entnommen.

- Kätzchen werden an der Seite aufgeschnitten, die Eileiter abgebunden, getrennt und entfernt.
Dieser Eingriff ist für Tierärzte der schwierigere, da die Organe der Kätzchen noch sehr klein und unterentwickelt sind. Da braucht es schon ein wenig Fingerspitzengefühl und gute Technik.
Deshalb trauen sich anscheinend auch viele Ärzte noch nicht an diese OP.
Eigentlich unverständlich, denn es werden ja heutzutage auch Meerschweinchen,
Kaninchen, Ratten und andere Kleintiere kastriert. Da sollte es noch schwieriger sein,
die Organe zu entfernen.

- Die OP dauert bei den Katerchen etwa 10 Minuten, bei den Kätzchen etwa 20-30 Minuten.

- Die Narkose wird knapp kalkuliert und die Kitten werden kurz nach der Beendigung
der OP wieder wach. Sie bekommen nach etwa 1 Stunde noch ein Schmerzmittel gespritzt,
um die Wundschmerzen zu verringern und etwa 2 Stunden nach der OP nehme ich sie
wieder mit nach Hause.

- Zu Hause angekommen dauert es meist noch 1-2 Stunden und die Süßen laufen wieder
in der Gegend herum. Besonders die Kater haben anscheinend überhaupt kein Problem und
springen über Tische und Bänke. Die Mädchen gehen es etwas langsamer an und sind ab
dem frühen Abend wieder soweit hergestellt, dass sie ihrem Hunger Ausdruck verleihen.
Ab dem späten Abend bekommen sie dann wieder kleine Mengen Futter.

- Am nächsten Tag sind alle wieder topfit und wohlauf und benehmen sich, als wäre nie
etwas geschehen.

Erfahrungsgemäß verkraften die Kitten die Kastration weitaus leichter, als jedes erwachsene Tier,

was erst im späteren Alter kastriert wird!

Die erwachsenen Katzen leiden meist mehrere Tage an den Folgen der Narkose, als auch an den Wundschmerzen. Sie verhalten sich auffallend länger ruhig und schonen sich mehr.

Als weiterer großer Vorteil ist zu sehen, dass sich die zukünftigen Katzeneltern keine
Sorgen um ihre Lieblinge wegen der Operation machen müssen.
Viele Tierhalter schieben den Termin nämlich auf die lange Bank, da sie den Gedanken
nicht ertragen können, ihrem Tier eine Operation zumuten zu müssen oder es danach
leiden sehen zu müssen.

Mit einem frühkastrierten Katzenkind bleibt ihnen diese unangenehme Erfahrung erspart
und sie bekommen ein rundum gesundes und glückliches Kätzchen, mit dem sie viel
Freude haben werden.

Sollten Sie noch immer skeptisch sein oder einfach mehr zum Thema Frühkastration
erfahren wollen, so googeln Sie im Internet einfach "Frühkastration", wo sie weitere Artikel und Infos finden werden.

 

Aktualisiert am: 08.02.2008

 

 

 

"Jede Pose einer Katze ist erbaulich und strahlt Anmut aus."

Judy Parker